Woran denken Schüler, wenn sie das Wort Schule hören? Lernstress, Langeweile, Prüfungsangst oder vielleicht auch harte Arbeit? In diesem Artikel geht es vorrangig um das Verhältnis Lehrer-Eltern-Schüler.
Das Wort „Schule“ ist in den Augen der Schülerschaft meist negativ belastet. Das beginnt bereits damit, dass sich
das Bildungssystem an den Schwächen der Schüler orientiert, nicht an deren Stärken. Das ist jedoch die völlig falsche Idee.
Wichtiger wäre es die Stärken des Schülers vor Augen zu haben. Weiter geht es mit der Gliederung: Das deutsche Schulsystem
ist auf Auswahlen angelegt. Das Auswahlverfahren ordnet den Schüler zum Beispiel in gymnasial oder in real ein. So wird die
Zukunft des Schülers vorab bestimmt. Das kann sich aber negativ auf das Selbstvertrauen der Schüler auswirken. Ein weiteres
großes Problem ist das Studium. Hierbei kann das Abitur als „exklusive Eintrittskarte“ bezeichnet werden.
Ausnahmen bilden dann die Tatsachen, dass nur das studiert werden kann, was vom Schüler bereits in einer Ausbildung erlernt wurde. So haben vorrangig Gymnasiasten die Möglichkeit zu studieren. Realschüler können nur studieren, was sie vorher in einer Ausbildung erlernt haben. Dadurch können bereits eingeschlagene Bildungswege nicht mehr verlassen werden. Das alles wird durch die Tatsache, dass der Bildungsaufstieg in Deutschland schwerer als in jedem anderen europäischen Land ist, sogar noch einmal komplizierter.
Das waren allerdings nur die theoretischen Probleme. Betrachten wir das einmal von der praktischen Seite: Lehrer zum Beispiel. Genau wie die Schüler sind sie voll im Stress. Sie müssen es hinbekommen alle Schüler miteinzubeziehen. Ihre Aufgabe ist es einerseits, den gelangweilten Schülern etwas zu bieten, andererseits aber auch den überforderten Schülern behutsam den Lehrstoff beizubringen. Diese Aufgabe ist aber auch für eine Lehrperson nicht einfach. Jedes Kind braucht individuelle Förderung und persönliche „Betreuung“ im Unterricht. Manche Schüler kommen in einigen Fächern jedoch nicht mit, da die Kapazitäten der Lehrer nicht ausreichen. Teilweise sind diese selbst überfordert und dann erstrecht nicht mehr hilfreich.
Die betroffenen Schüler reagieren in solchen Situationen oft ängstlich oder auch auflehnend aggressiv, andere fühlen sich hilflos. Sie wissen nicht, wie sie sich im Unterricht verhalten sollen, was dann aber negativ für den Schüler mit Leistungsnachlass in Zusammenhang steht. Dazu kommt dann noch, dass die Schüler von ihren Eltern oft überhaupt nicht ernst genommen werden. Sie sehen die Probleme darin, dass ihr Kind nicht lernt oder generell zu faul ist. Ihrer Meinung nach liegen die schlechteren Leistungen am Lernen oder am Bemühen selbst. Das ist natürlich auch häufig der Grund. Schuld können aber auch bestimmte Lehrer sein. Eltern sollten hellhörig werden, wenn ihr Kind des Öfteren über diese Lehrer klagt und auch genaue Vorfälle erläutern kann. Andererseits kann ein gewisses Maß an Problemen aber sogar hilfreich sein, denn Kinder und Jugendliche müssen irgendwann lernen, dass nicht alle Menschen so sind, wie sie es gerne hätten.
Probleme zwischen Lehrern und Schülern können also sehr vielfältig sein. Eventuell stimmt die Chemie beider Parteien einfach nicht. Dennoch sollte ein Lehrer professionell genug sein, sich dies nicht anmerken zu lassen und unter keinen Umständen sollten die Noten des Schülers unter diesem Konflikt leiden. Diese Probleme gehen an den Schülern nicht spurlos vorbei. Für sie stehen Schulstress, schlechtes Klassenklima und starker Leistungsdruck im Vordergrund. Die Probleme gehen von zu wenig Schlaf über Ärger mit Lehrern oder Mitschülern bis hin zu Lernschwächen wie Rechenstörung oder Leseschwäche. Hilfreich sind zum Beispiel Gespräche mit den Lehrern um Näheres über das Verhalten des Schülers und seine Probleme mit anderen Mitschülern, einzelnen Lehrern und dem Klassengefüge zu erfahren.
Letztendlich kann man sagen, dass Schule im allgemeinen Sinn und Unterricht ganz speziell von sozialen Beziehungen geprägt sind. Sowohl Positive als auch Negative. Die Aufgaben sind vielfältig und für den Schüler nicht immer leicht. Doch trotzdem sollte der Schüler seinen Schulabschluss immer im Blick haben.