Alles was, wie in unserem Beispiel bei Mark und Julian, abgelaufen ist, kann als Krafterwiederung bezeichnet werden. Beide Jungs erhalten einen Schlag vom Gegner und schätzen anhand dieses Schlages den dafür betriebenen Kraftaufwand ein. Nun versuchen sie mit gleicher Kraft entgegenzuwirken. Die vom Gegner aufgebrachte Kraft wird in der Regel allerdings falsch eingeschätzt und so schlägt Julian härter zu als Mark. Dieser schätzt die Kraft von Julian nun auch falsch ein und schlägt ebenfalls härter. Der Kraftaufwand steigt stetig und es entwickelt sich ein sich ständig wiederholender Kreislauf, der früher oder später eskaliert. Die weiterhin beste Methode, mit dieser Situation umzugehen, ist, dafür zu sorgen, dass sich die beiden Streithähne mit dem Problem auseinandersetzen und es, zum Beispiel durch ein eindringliches Gespräch aus der Welt zu schaffen. Das Gespräch findet im besten Fall statt, bevor es zur Prügelei kommt. Ist die Situation bereits eskaliert, hilft das Gespräch nach der Schlägerei trotzdem.
Sollte es trotzdem einmal passieren, dass sich ein Schüler bei einer Prügelei verletzt, werden die entstehenden Arzt- und Krankenhauskosten von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen. Trotzdem ist es möglich, dass gezahlt werden muss, denn die Unfallversicherung wird versuchen die verursachten Kosten vom Schädiger selbst zurückzubekommen .
Ein gut gemeinter Rat an alle Schüler: am besten ist es immer noch, Schlägereien zu vermeiden und eventuelle Probleme direkt durch ein Gespräch zu klären. Eine Prügelei löst keine Probleme, ganz im Gegenteil.
Artikel vom 04. November 2015