Alltag mit Depressionen
Depressionen beginnen oftmals mit Erscheinungen wie negativen Gedanken, Erschöpfung, innerer Unruhe,
Konzentrationsstörungen, Ratlosigkeit, Schlaf- und Ernährungsproblemen, Verzweiflung, Traurigkeit,
Gefühllosigkeit, Freud- und Lustlosigkeit, Gleichgültigkeit, Schuldgefühlen, Minderwertigkeitsgefühlen oder
auch Angstzuständen [4]. Dem Realschüler aus Mende ging es auch drei Monate nach den Ereignissen noch kein
bisschen besser. Das liegt daran, dass er und sein Onkel viel zusammen gemacht haben und ein gemeinsames
Hobby hatten: Schwimmen. Chris hat immer mit seinem Onkel über seine Probleme reden können, doch auch viele
schöne Erinnerungen blieben. Nach dem Unfall zog sich Chris immer mehr und mehr zurück. In seiner Freizeit
traf er kaum noch seine Freunde, vielmehr verbrachte er Zeit alleine. Er bekam schlechtere Zensuren, wurde
immer ruhiger und selbst sein jahrelanges Hobby reizte ihn nicht mehr. Außerdem konnte er nicht mehr richtig
schlafen, die tiefe Traurigkeit war geblieben. Seinen Eltern fiel das natürlich auf, doch mit ihnen reden
wollte er anfangs nicht. Nach einem weiteren Monat erzählte er seinen Eltern dann von seiner Situation.
Gemeinsam entschieden sie sich dafür, einen Psychiater aufzusuchen, der sich sowohl mit körperlichen, als
auch mit seelischen Auslösern beschäftigt. Der Psychologe hingegen beschäftigt sich nur mit seelischen Erkrankungen.
Auswirkungen auf allen Ebenen
Die Krankheit kann in unterschiedliche Stadien eingeteilt werden. Man unterscheidet zwischen leichten, mittelschweren
und schweren Depressionen, sowie depressiven Verstimmungen oder Phasen. Einem Großteil der Patienten mit leichten
Depressionen gelingt trotz der Belastung der Berufsalltag noch. Bei einer mittelgradig eingestuften Erkrankung sind
bestimmte Fähigkeiten jedoch bereits stark beeinträchtigt. Die Isolation, also der Rückzug aus dem Sozialleben, verstärkt
sich. Teilweise treten körperliche Beschwerden auf, unter anderem Kreislaufstörungen, für die es keine organische Ursache
gibt. Schwer depressive Menschen können ihren Alltag mitunter gar nicht mehr meistern. Sie gehen nicht mehr raus, kümmern
sich nicht um ihre Körperpflege, essen nicht ausreichend. Bei ihnen ist die Krankheit soweit fortgeschritten, dass ihre
Situation lebensbedrohend geworden ist. Viele tragen Selbstmordgedanken in sich oder stehen kurz davor, sich ihr Leben zu nehmen
[5].
Eine depressive Erkrankung kann dennoch geheilt werden. Das gelang nach einiger Zeit der Therapie auch bei Chris. Für ihn
war es zwar nicht leicht, sich seine Probleme einzugestehen und daran zu arbeiten, doch es gelang ihm nach und nach immer
besser und dank der sehr guten Betreuung lebt er nun wieder so, wie vor dem Unfall. Während der Behandlung war er nicht alleine,
er baute Kontakt zu weiteren Jugendlichen auf, die Ähnliches erlebt haben. Gemeinsam konnten sie so leichter über ihre Situation
reden. Jetzt hat er die Depressionen überwunden.
Der erste Schritt sollte also immer sein, mit einer Person über die eigenen Probleme und den eigenen Zustand zu sprechen, zum
Beispiel mit den Eltern. Sollte sich die Situation nicht bessern, ist es wichtig, einen Arzt, bzw. einen Psychiater aufzusuchen.
Hier erfolgt die Behandlung und in den allermeisten Fällen nach einiger Zeit die Genesung.
- [4] Anzeichen und Symptome einer Depression, Dr. Rolf Merkle, zuletzt besucht: 18.5.2016,
Link: https://www.palverlag.de/depressionen-symptome.html
- [5] Was bedeutet Depression?, Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz - Info Gesundheit e.V.,
zuletzt besucht: 18.5.2016, Link: http://bgv-depression.de/depression.html